Aus der Geschichte

13. Jahrhundert
Bereits im 13. Jahrhundert hat man den Feuerbach mit zwei Zuläufen erreicht und so die Löschwasserversorgung gesichert. Als Löschgerät waren ausschließlich Löscheimer in Verwendung.

16. Jahrhundert
Durch den Bau des Lendkanals wurde die Löschwasserverfügbarkeit wesentlich verbessert.
Zwischen 1476 und 1800 ist Klagenfurt mindestens zwölfmal beinahe zur Gänze und dreimal tatsächlich zur Gänze abgebrannt.

1546: Der Brand des Jahres 1546 führte zu einer recht wirkungsvollen Löschordnung, die den Einsatz von Nachtwächtern, Feuerpatroullien und Türmen, den Gebrauch von Löschgeräten und vor allem auch die Frage der Alarmierung ordnete und den Einsatz der Bevölkerung selbst regelte.

30.08.1800: Durch ein kaiserliches Hofdekret wird eine einheitliche Feuerlöschordung erlassen.

1802: Eine Klagenfurter Löschordnung wird erlassen.

1824: Klagenfurt wird wird in vier Löschbezirke, nämlich Stadtbereich, Völkermarkter-, Viktringer- und Villacher-Vorstadt eingeteilt.

18.05.1825: Eine Löschverordnung für alle Städte und Märkte Kärntens wird erlassen; diese enthielt schon Vorschriften für Bauten und Bauteile, schrieb eine Bewilligungspflicht feuergefährdeter Bauten durch eine Feuerkommission vor und regelte die Arbeit der Rauchfangkehrer.

14.06.1864: Ferdinand Jergitsch gründete die Freiwillige Feuerwehr Klagenfurt. Als Gründungsveranstaltung wird eine Übung am Neuen Platz abgehalten, die unter der Leitung von Karl Metz stand. Der Name Metz ist noch heute unter Feuerwehren bekannt, da Metz einer der großen Feuerwehrgerätepioniere war.

1866: Eine Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr wird gegründet.

1869: Der Feuerwehrverband Klagenfurt mit den Feuerwehren St. Peter, St. Martin, St. Ruprecht und Annabichl wird gegründet. Am 4. September 1869 versammeln sich 800 Feuerwehrmänner der gesamten Monarchie in Klagenfurt.

1895: Vom 13. bis 15. Juli wird der erste Kärntner Feuerwehrtag in Klagenfurt abgehalten. In diesem Jahr bezieht die Feuerwehr Klagenfurt das Gebäude in der Hasnerschule und bleibt dort bis 1981 untergebracht.

1902: Am 1. Oktober wird eine eigene Rettungsabteilung - die aus den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr rekrutiert wurde - gegründet.

1911:
Bis 1911 erfolgte die Alarmierung durch den Turmwächter am Stadtpfarrturm. Er gab Schüsse ab und rief durch einen Sprechtrichter den genauen oder ungefähren Ort des Feuers aus. 1911 wurde die Pferdebahn elektrifiziert, die Pferde - die dadurch frei wurden - bekam die Feuerwehr. Dadurch war die neu angeschaffte, mit Gas beheizte Dampfspritze ab nun ständig bespannt und so schneller einsatzbereit. Jeder Feuerwehrmann bekam eine Alarmklingel ins Haus, in die Wohnung oder ins Geschäft. Durch diese Alarmierung gab es auch weniger Schaulustige bei Bränden.

1928: In diesem Jahr wurde in Klagenfurt die Landesfeuerwehrschule eingerichtet und ein hauptberuflicher Landesinspektor für das Feuerwehr- und Rettungswesen bestellt.

1938: Die Vororte wurden eingemeindet und zu Groß-Klagenfurt vereinigt. Es gab acht Freiwillige Feuerwehren und die Bevölkerungszahl stieg auf 65.000 an. Die Feuerwehr als Verein hörte auf zu bestehen und wurde zur Hilfspolizei.

1939: Am 1. Jänner wurde ein hauptamtlicher Leiter der Feuerwehren von Groß-Klagenfurt angestellt. Gleichzeitig nahmen noch vier hauptberufliche Kraftfahrer und Maschinisten, die auch im Rettungs-, Telefon- und Werkstättendienst tätig waren, ihren Dienst auf.

1941: Am 18. August wird die Stadtgemeinde Klagenfurt vom Ministerium aufgefordert eine Berufsfeuerwehr aufzustellen. Die Stärke wurde mit vier Offizieren und 39 Mann festgesetzt.

1943:
Das Stammpersonal von fünf Personen bildet bei der Feuerschutzpolizei den Grundpfeiler. Bis zum Kriegsende konnte wegen Personalmangel der Sollbestand nicht erreicht werden. Es waren 21 Mann einschließlich drei Offizieren beruflich tätig.


1945:
Am 16.Mai wurden elf Mann - da sie Reichsdeutsche waren - vom Dienst enthoben und in ihre Heimat zurück geschickt.

DER BEGINN DER BERUFSFEUERWEHR


Nach dem Krieg wurde Klagenfurt von Engländern besetzt. Die britische Militärregierung ordnete an, dass in Klagenfurt neben der Freiwilligen Feuerwehr auch eine Berufsfeuerwehr aufgestellt werden muss und so beschloss der Stadtsenat am 11.8.1945 die Einrichtung einer Berufsfeuerwehr mit zwei Offizieren und 30 Mann.
Männer, die im Feuerschutzdienst und bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig waren, suchten nach dem Krieg Arbeit, meldeten sich bei der Stadt und wurden wegen der geringen Stärke der Feuerwehr sofort angestellt. Weitere Meldungen erfolgten auf Zeitungs- und Radioaufrufe. Alle Bewerber waren ehemalige Soldaten, darunter auch Kriegsgefangene der Engländer. Diese mussten ihre Zeit bis zur Entlassung nicht in einem Gefangenenlager abwarten, sondern wurden schon vorher zur Dienstleistung bei der Feuerwehr zugeteilt.
So waren am 12. Juli 1945 - mit dem Beginn der Aufzeichnungen in Wachbüchern - 29 Mann im Dienst. Unter Viktor Pötzi und ab 21. Juli unter Kommandant Gustav Vikari konnte die Stärke von 32 Mann bald erreicht werden. Nach achtwöchiger Grundausbildung fand am 29. September 1945 eine öffentliche Schul- und Angriffsübung auf dem Benediktinerplatz statt. Dieser Tag gilt daher als Geburtstag der Berufsfeuerwehr Klagenfurt. Die Angelobung der Berufsfeuerwehr nahm Bürgermeister Friedrich Schatzmayer vor.
Die Berufsfeuerwehr stand als "Fire Brigade" noch bis 1951 unter dem Schutz der Engländer.
Bereits im November 1945 wurde ein geregelter Schichtdienst eingeführt. Bis dahin gab es kaum dienstfreie Zeit. Der Dienst zu Beginn bestand aus 48 Stunden Dienstzeit und daraufolgend 24 Stunden Freizeit. Innerhalb der 48 Stunden Dienst gab es Arbeitszeiten, Ruhezeiten und Bereitschaftszeiten.


Dieses Arbeitszeitsystem wurde bis 1. November beibehalten und ab diesem Datum durch ein System von 24 Arbeitsstunden zu 24 Freizeitstunden ersetzt. Es gab jedoch im Gegensatz zu heute noch keine Freischichten. Vom Personal, das am 12. Juli 1945 im Dienst war, kamen viele von der Freiwilligen Feuerwehr, wo sie schon hauptamtlich
angestellt waren. Mathias Achatz, Cyril Klavora und Rudolf Nagele.


Aus der Feuerschutzpolizei kamen Josef Kremer, Ernst Perschak, Franz Prag und Martin Schmidt. Von der Fliegerhorstfeuerwehr wurden angestellt: Hermann Kargl, Leopold Nagler und Ernst Moser.


Dazu kamen noch die rückgekehrten Kriegsteilnehmer: Franz Kuchling, Otto Sommer, Peter Stocker, Karl Tilz, Alfred Winkler und Viktor Pötzi. Bis zum 29. September kamen noch Gustav Vikari (21.7.), Peter Eixelsberger (30.7.), Ludwig Domenig (17.8.), Essl (31.7.), Georg Fister (3.8.), Rupert Hubmann und Othmar Hudnig (27.7.),Rudolf Janschitz (30.7.), Emil Knes (8.8 ), Johann Komaz (23.7.), Kulterer (3.8.), Pauker (16.7.), Georg Payer (17.8.), Alfred Stoxreiter (27.8.), Thomas Waste (3.8.), August Zechner (17.8.) dazu.


Einige nicht aufgezählte Männer dürften nur kurzzeitig bei der Feuerwehr geschnuppert haben, denn außer einer einmaligen Erwähnung konnte keine weitere Aufzeichnung gefunden worden.
Eine komplette Personalgeschichte bis zum heutigen Tage liegt bei der Feuerwehr auf, doch es würde den Rahmen dieser Seite übersteigen, würde man alle Personalbewegungen hier anführen.

Zu Beginn war der Dienst bei der Feuerwehr vielfach ein reines Provisorium: es musste mit Fahrzeugen aus der Kriegszeit und mit Ausrüstung teilweise aus der Vorkriegszeit das Auslangen gefunden werden. Als Hauptfahrzeug der Berufsfeuerwehr stand ein LF 15 - das mit neun Mann besetzt war - zur Verfügung. Da nicht nur die Berufsfeuerwehr Klagenfurt in solch mieslicher Lage war, zerbrach man sich schon sehr bald den Kopf, um gemeinsam in ganz Österreich die Feuerwehr wieder aufzubauen und zu stärken.


So wurde bereits Anfang 1946 der Österreichische Bundesfeuerwehrverband wieder tätig. Im Rahmen des ÖBFV tagte auch ein Ausschuss für Berufsfeuerwehren, und ein Vertreter der Berufsfeuerwehr Klagenfurt nahm an diesen Sitzungen teil. Einer der erste Beschlüsse war der Vorschlag, die Fahrzeugbesatzung mit 1:6 einzuführen. Dieser Beschluss wurde in Klagenfurt am 21. Februar 1946 umgesetzt und von da an das erste Tanklöschfahrzeug mit dieser Besatzung besetzt. An Fahrzeugen gab es 1946 ein LF 15, ein TLF 15, einen Schlauchwagen, einen PKW, einen Sanitätskraftwagen und eine Drehleiter 22.


1947: Am 25. Juli wurden neue Dienstgradbezeichnungen eingeführt. Die Feuerschutzpolizeidienstgrade "Wehrmann" wurden in "Feuerwehrmann" umgeändert.

1948: Am 1. März wurde Jakob Fischer als Werkmeister für den Fahrzeugunterhalt eingestellt, bis heute werden alle Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr in der eigenen Werkstätte gewartet.

1949: Am 8. Juli wurde mit der Ausgabe neuer Uniformen begonnen. Am 13. August wurde der erste Brandsicherheitswachdienst bei der Klagenfurter Ausstellung durchgeführt. Seither wird bei jeder Massenveranstaltung in Klagenfurt Brandsicherheitswachdienst geleistet. In diesem Jahr erfolgte auch der erste Taucheinsatz durch die Anwärter Waste und Zelsacher. In Ermangelung handelsüblicher Geräte behalf man sich mit Kriegsgeräten und Eigenbauten. Mit der einsetzenden Bautätigkeit wurde auch der Kommissionsdienst wieder eingeführt.


1951:
Durch den Umbau eines Sanitätskraftwagens kam die Berufsfeuerwehr zu einem Kommandofahrzeug.

1959:
In diesem Jahr wurden zum ersten Mal regelmäßige dienstfreie Tage gewährt.

1960: Am 23. Oktober begann der Oberfeuerwehrmann Waste die Offiziersausbildung bei der Berufsfeuerwehr in Wien. Er kam am 28.9.1961 als Offizier wieder in den Dienst nach Klagenfurt.

1963: Am 11. Dezember nahm Ing. Sieghard Hasler den Dienst bei der Feuerwehr auf. Sein Dienstantritt hatte in weiterer Folge durchaus positive Auswirkungen auf die Feuerwehr. Nach Beendigung seiner Offiziersausbildung, die er vom 1. März 1964 bis 23. Juli 1964 in Wien absolvierte, widmete er sich voll der fahrzeugmäßigen Neuausstattung der Feuerwehr Klagenfurt.


1967: Ing. Alfred Schlieber kommt zur Feuerwehr. Er absolviert seine Offiziersausbildung bei der Berufsfeuerwehr in Wien und wird 1968 Leiter des neu geschaffenen, eigenen Sachgebietes VORBEUGENDER BRANDSCHUTZ.
Als feuerpolizeilicher Amtssachverständiger wird Hauptbrandmeister Moser eingesetzt. Neben dieser Tätigkeit war seine wichtigste Aufgabe die Schaffung neuer Lehrunterlagen sowie die Neuorganisation der Ausbildung.


1973:
In diesem Jahr gab es in Klagenfurt ein Hochwasser, welches über drei Tage andauerte und das gesamte Stadtgebiet erfasste. Besondere Schwerpunkte waren das Seen- und Teichgebiet von Viktring bis Keutschach, die über die Ufer getretene Glan und zahlreiche andere Bäche sowie der Gurkfluss, die großräumig Klagenfurt unter Wasser setzten.
Besonders das rasche Ansteigen des Grundwasserspiegels und damit verbunden zahlreiche Kellerüberflutungen mit aufgetriebenen Heizöltanks forderten die Feuerwehr, städtische Einrichtungen und Privatunternehmen voll.


1974: In einem pharmazeutischen Betrieb kam zu einem Brand mit vorhergehender Explosion, die Todesopfer und mehrere schwer Verletzte forderte und die Feuerwehr an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit brachte. In diesem Jahr wurde auch ein neues Kommandofahrzeug auf Basis Range Rover, das gleichzeitig als Vorausfahrzeug eingesetzt werden konnte, in Betrieb genommen.

1975:
Das erste Containerträgerfahrzeug mit einem Schlauchcontainer und einem Rüstcontainer wurde beschafft.

1977: Ein gebrauchtes Pulverlöschfahrzeug mit 1.500 kg Pulver wurde angeschafft; es wurde eine hydraulische Rettungsschere und ein Spreizer, beide mit Handpumpenbetrieb, in Einsatz genommen. Eine Personenrufanlage mit 19 Empfängern, die insbesondere zur Alarmierung der Stadtsenatsmitglieder diente, wurde installiert.

1978:
Ing. Josef Pobegen wurde angestellt und nach seiner Offiziersausbildung in Wien und Linz übernahm er den Bereich FEUERWEHRTECHNIK. Im Ossiacher See wurde eine Ringkanalisation verlegt, bei der die Taucher der Berufsfeuerwehr einen wesentlichen Arbeitsanteil übernahmen. Zu Jahresbeginn gab es am Autobahnparkplatz in Pörtschach einen Ölalarm, ausfließendes Heizöl bedrohte den Wörthersee. Das zweite Containerfahrzeug wurde angeschafft und die Ausstattung mit Wechselbrücken ergänzt. Von der Transalpinen Ölleitung in Österreich GesmbH wurde ein altes Fahrzeug mit Kran zur Verfügung gestellt, das in der eigenen Werkstätte zu einem Ölwehrfahrzeug mit Spezialausrüstung umgebaut wurde. Ein beschlagnahmtes Sattelzugfahrzeug mit Sattelanhänger wurde durch einen Tanksattelanhänger ergänzt und in Betrieb genommen.

1980: In diesem Jahr kam es zu einem gefährlichen Gasbrand in der Innenstadt, insgesamt musste die Feuerwehr zu 24 Prozent mehr Einsätzen - als dem Durchschnitt vergangener Jahre entsprechend - ausrücken.

1981: Ing. Sieghard Hasler wurde in den Nationalrat berufen und die Leitung der Feuerwehr übernahm Ing. Alfred Schlieber. Alfred Janesch, der seit 1972 bei der Feuerwehr als Maschinist für Spezialfahrzeuge tätig war, übernahm den Bereich Vorbeugender Brandschutz und absolvierte seine Offiziersausbildung in Linz.

1983:
Durch einen Amoniakaustritt gab es im Sattnitzfluss ein großes Fischsterben. Es kam zu vier Bränden in verschiedenen Betrieben.

1985: Die Berufsfeuerwehr organisierte zum ersten Mal eine groß angelegte Problemstoffsammlung und bei ihrer Durchführung wurden ca. zwölf Tonnen gefährliche Haushaltsabfälle gesammelt. Seit dem ist die GEFAHREN-STOFFSAMMLUNG für Privathaushalte eine von der Feuerwehr ständig angebotene Serviceleistung (bis Ende 2006).

1988: Ein neuer TANK 2 mit 5.000 Liter Wasser, 400 Liter Schaummittel und 250 kg Pulver wurde angeschafft.

1989:
Mit der Einführung der EDV wurde begonnen. Ein neues, modernes Tanklöschfahrzeug, der "FALCON", wurde angeschafft und eine nach Reparatur in eigener Werkstätte total revidierte Drehleiter - die gebraucht angekauft wurde - in Betrieb genommen.

1990: Der Tanksattelanhänger mit der dazugehörigen Sattelzugmaschine wurde in Betrieb genommen. Das Lager eines Sportbekleidungsfertigungsbetriebes brannte ab.


1991: Im unterirdischen Kohlebeschickungssystem des Fernheizkraftwerkes brannte es. In den Werkstätten wurde das Entlüftungssystem umgebaut, um die Nachbarschaft weniger zu stören.

1992: Zwei neue Drucklüfter wurden angekauft und bewährten sich sofort im Einsatz.
Im Haus wurde mit der Verwirklichung energiesparender Maßnahmen begonnen. Im Stadtgebiet wurden sechs neue, funkgesteuerte Sirenen montiert. Wegen einer langandauernden Trockenheit mußten über drei Millionen Liter Wasser zugestellt werden.

1993: Die gebraucht gekaufte Drehleiter wurde einer Totalrevision unterzogen. In der Zentrale wurde der Umbau auf ein Einsatzleitsystem begonnen.

1994: Die Wechselcontainerfahrzeuge wurden mit neuen Hakengeräten versehen und die Container entsprechend umgebaut. In der Zentrale wurde eine neue Telefonanlage installiert.

1995: Inbetriebnahme des neuen Einsatzleitsystems.